Fairantwortlicher Umgang mit Kleidung

Annette Reif aus Aldingen berichtete am 19.02.2020 bei den LandFrauen in Mötzingen weshalb sie seit 2016 keine Kleider mehr gekauft hat. Frau Reif wuchs in einem Elternaus auf wo schwäbisch gespart, die Kleidungsstücke getragen und soweit möglich an die jüngeren Geschwister weitergereicht wurden.

Als junge Erwachsene habe ich mein Konsumverhalten und das Modebewusstsein total verändert. Ich war süchtig nach neuen Kleidern und Trends. Damals gaben mir Kleider und Mode Selbstbewusstsein. Genau nach dieser Methode arbeitet die Bekleidungsindustrie und macht damit ihre Geschäfte.

Die Katastrophe im April 2013 in Bangladesch, wo 3000 Menschen in einem Betrieb, der Mode für Deutschland hergestellt hat umgekommen sind, hat mich zum Nach- und Umdenken gebracht. Es waren vorwiegend Frauen die für einen Hungerlohn von 15 Cent pro Stunde gearbeitet und auch für mich produziert haben. Das will und kann ich nicht mehr mitmachen. So hat sich Frau Reich vom Modeopfer zur Fair Fashion Aktivisten entwickelt und trägt seit Herbst 2016 an jedem Wochentag dasselbe Outfit. Einkaufen tut sie ausschließlich in Secound-Hand Läden und das nur dann wenn etwas kaputt geht.

Frau Annette Reif gab uns noch weitere wertvolle Tipps für den nachhaltigen Umgang mit Kleidung. Prüfe, woher die Kleidung kommt, hinterfrage ist sie fair produziert, regional und nur gute Qualität einkaufen usw.

Der Leitsatz von Frau Reif: „Ich werde erst dann wieder konventionelle Kleidung kaufen, wenn sich die Situation in den Produktionsländern verbessert hat“ macht uns Mut über das eigene Konsumverhalten nachzudenken.

Unsere Vorsitzende Heidi Morlok, bedankte sich bei Frau Reich für den interessanten, sehr beeindruckenden und zum Nachdenken anregenden Vortrag mit einem Präsent.

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