Abschlussabend am 17.04.2012 Kenia-Bericht von Katja Müller

Die Winterarbeit 2011/2012 des Maichinger LandFrauenvereins endete am 17. April mit einem besonderen Vortrag. 70 Interessierte haben sich im Seniorentreff eingefunden um dem Vortrag einer jungen Maichingerin zu lauschen. Passend zum Thema „Mein aufregendes, freiwilliges soziales Jahr in Kenia“ ist auch die Tischdekoration. Bunte Tücher, afrikanische Utensilien, Getränke und Selbstgebackenes sollen die Besucher einstimmen

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Katja Müller, Studentin der Architektur im ersten Semester, begrüßte die Anwesenden auf Kisahili mit „Karibuni Sana“ und ist auch schon mitten in ihren Erzählungen. Sie hat vom Sommer 2010 bis Sommer 2011 ein soziales Jahr über den „Verein für internationalen & interkulturellen Austausch“ kurz V.I.A. gemacht und wurde in einem Kinderheim für Aids-Waisen in Kenia eingesetzt. Kenia ist geographisch gesehen, etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland und umfasst ca. 40 Volksstämme. Die Amtssprache ist Englisch, aber in den Schulen wird aber auch Kisahili gelehrt.

Bei der Ankunft in Kenia und einer kurzen Orientierung in der Hauptstadt Nairobi, fuhr Katja Müller zusammen mit Ihrer Projektpartnerin in einem Kleinbus zum Zielort. Dort wohnte sie noch eine Woche bei einer Gastfamilie und konnte so etwas reinschnuppern, in das so ganz andere Leben, an dem sie für ein Jahr teilhaben sollte.

Dann beginnt der Alltag im Waisenhaus. Es gibt einen Schlafraum für die Jungen und einen für die Mädchen und mehrere Kinder teilen sich ein Bett. Die Kleinkinder müssen betreut werden, während die größeren in der Schule sind. Das Mittagessen wird in einer sehr einfachen Küche, mit Zutaten vom Markt, zubereitet. Des weiteren müssen die Schularbeiten überwacht und das Spielen begleitet werden. Dazu kommt noch das Wäschewaschen ohne Waschmaschine. Ebenso die Körperpflege. Die vielen kleinen Zöpfchen der Mädchen werden zum Haare waschen einmal im Monat aufgeflochten, welches Stunden dauert. Die verordnete Medizin für jedes Kind muss für einen Tag vorgerichtet und die Einnahme überwacht werden

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Ferner gehören zu dem Waisenhaus ein Gemüsegarten und ein Hühnerstall. Katja Müller konnte auch an Seminaren, für die ältere Kinder und noch lebende Angehörige ausgerichtet waren, teilhaben. Dabei ging es u.a. um die Rechte der Kinder und die Pflichten der Paten, Großeltern, Tanten usw. Das Waisenhaus wird von der dortigen Kirchengemeinde finanziell unterstützt und ist dieser Gemeinde auch Rechenschaft schuldig.

Nach einem halben Jahr in Kenia, hat die Organisation V.I.A. alle Teilnehmer, die sie nach Kenia gesandt hatte, zu einem einwöchigen Seminar zum Erfahrungstausch eingeladen – in ein Hotel mit Dusche und all den Annehmlichkeiten, die den europäischen Jugendlichen für gewöhnlich selbstverständlich sind, jetzt aber als Luxus empfunden wurde.
Es wurden Freundschaften geknüpft und in ihrer Freizeit haben sich die jungen, freiwilligen Sozialarbeiter(innen) gegenseitig besucht. Sie waren über das ganze Land verteilt im Einsatz, so dass auch Gelegenheit bestand, etwas mehr von Land und Leute kennen zu lernen.

Zum Schluss bedankte sich Katja Müller bei den LandFrauen für eine frühere Spende. Mit dieser Hilfe konnte man in Kenia ein Stück Land anzahlen, welches zur Erweiterung des Kinderheimes dringend benötigt wird. Ferner betreibt Katja Müller einen Kalenderverkauf, deren Erlös in die Bebauung dieses neu erworbenen Landes fließen wird. Es sollen dort Häuser im Stil der SOS-Kinderdörfer entstehen und die Kinder können dort bleiben, bis sie selbständig in einen Beruf starten können.

Die LandFrauen bedanken sich für diesen umfangreichen Erlebnisbericht von einem „aufregenden“ Jahr, das für einen jungen Menschen prägend sein dürfte.

Danke Katja!

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