Frauenarbeitsschule Herrenberg

Frau Claudia Nowak-Walz, hat bei den Mötzinger LandFrauen über die Frauenarbeitsschule Herrenberg im „Alten Rathaus“ in Mötzingen referiert und wusste interessantes zu berichten. Die Frauenarbeitsschule, im Volksmund auch Knopflochkaserne genannt, wurde am September 1902 als städtische Anstalt ins Leben gerufen.

Das Ziel der Schule war die Mädchen gründlich auszubilden und auf das Leben vorzubereiten. Unterrichtet wurde in Handnähen, Maschinennähen, Kleidernähen und Sticken, denn für’s Leben war es gut, wenn man nähen und flicken konnte. Über den Schulalltag und die unterschiedlichen Charakter der Lehrerinnen haben ehemalige Schülerinnen berichtet. Es wurde gesungen erzählt aber auch nach dem Geschehen in der Bronngasse Ausschau gehalten. Einmal musste eine Schülerin während der Pause zur Strafe Fenster putzen, mit der Begründung der Lehrerin, nur damit du deutlicher das Geschehen in der Bronngasse beobachten kannst! Die vielen Knopflöcher an Haipfel Kissen und Bettdecken, die besonders sauber genäht werden mussten, war für die Mädchen eine große Herausforderung. Einige der schönen Stücke aus der damaligen Zeit waren aufgehängt und konnten besichtigt werden.

Besonders geprägt wurde die Schule durch die Lehrerin Mathilde Rothenstein, eine tüchtige und gewissenhafte Lehrerin, die bis zu ihrer Pensionierung Direktorin an der Schule in Herrenberg war. Frau Gertrud Krauß wurde 1958 ihre Nachfolgerin, sie wurde als eine außergewöhnliche Frau und originelle Erzieherin beschrieben.  

Man höre und staune bis in die 1950er Jahre durften die Lehrerinnen der Frauenarbeitsschule nicht heiraten, wenn sie diesen Beruf ausüben wollten. 

Nach dem beeindruckenden Vortrag bedankte sich Heidi Morlok bei dem Frauenarbeitsteam mit einem Präsent. 

 

 

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