Kultur und Geschichte des Stuttgarter Pragfriedhofs

44 interessierte LandFrauen fuhren am Donnerstag, 08.11., mit der S-Bahn zum Pragfriedhof. Vom Haupteingang aus starteten wir in zwei Gruppen unseren Rundgang.

Stuttgart hat insgesamt 42 städtische Friedhöfe, der Pragfriedhof war als 1. Friedhof in städtischer Hand. Es gibt hier 29.000 Grabstätten. 1873, als der Pragfriedhof eröffnet wurde, lag er auf freiem Feld vor der Stadt. Reiche Stuttgarter ließen sich riesige Grabstätten bauen, man wollte auch im Tod noch zeigen was man hat. 1917 wurde dieser Gräberprunk verboten. Die 1875 erbaute Kapelle ist heute eine russische Kirche.

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Das Herzstück, die Feierhalle, wurde 1907 im Jugendstil erbaut. Dort ist auch das einzige Krematorium Stuttgarts untergebracht. Jährlich sterben ca. 7.000 Stuttgarter, 65 % lassen sich verbrennen. Auch Urnenbeisetzungen in Kolumbarien sind hier möglich. Seit 1953 gibt es ein anonymes Urnengrabfeld, das einzige in Stuttgart. Im Juni 2003 kam eine Begräbnisstätte für fehlgeborene Kinder dazu.

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Während unseres Rundgangs besuchten wir viele Gräber berühmter oder verdienter Persönlichkeiten und hörten deren Geschichte. Darunter waren u.a. das Mausoleum der Verlegerfamilie Hallberger, das Ehrengrab Graf Zeppelins, Eduard Mörike, Marie Josenhans (der „Engel vom Bohnenviertel“) und die von den Stuttgartern verehrte Operndiva Anna Sutter, die 1910 von ihrem Liebhaber ermordet wurde.

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Wieder zurück in Leonberg ließen wir den interessanten Nachmittag im Brauhaus Sacher ausklingen.

Eine Reaktion zu “Kultur und Geschichte des Stuttgarter Pragfriedhofs”

  1. Doris Hahn

    Mein Kompliment an die Schriftführerin/innen über den interressanten
    Artikel des Pragfriedhofes/Stuttgart vom 11.Nov.2012, sowie den
    schönen Photos.
    Konnte bedauerlicherweise nicht dabeisein und somit erfuhr ich doch eine
    exakt stichhaltige Kurzgeschichte darüber

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